Bildungscluster OWL geht in die Praxisphase

Aus über 80 bundesweiten Bewerbungen wurde der Bildungscluster OstWestfalenLippe im September 2013 vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als einer von vier Preisträgern ausgewählt und mit einem Preisgeld von 250.000 Euro für zwei Jahre prämiert. Gefeiert wurde nur kurz, danach schnell in den Arbeitsmodus umgeschaltet. Ziel des Bildungscluster OstWestfalenLippe ist es, Konzepte zur Deckung des regionalen Fachkräftebedarfs zu entwickeln und dazu insbesondere die mittelständische Wirtschaft und die Hochschulen der Region stärker zu verzahnen, um Nachwuchs zu gewinnen, auszubilden und in Ostwestfalen-Lippe zu halten.

Aus den zahlreichen Initiativen, die es in der für ihre vielen Netzwerke und gut funktionierenden Brancheninitiativen bekannten Region Ostwestfalen-Lippe gibt, hatten bereits in der Phase der Antragsstellung viele ihr Interesse daran bekundet, Synergieeffekte nutzen zu wollen. „Es freut mich unwahrscheinlich zu sehen, wie motiviert die einzelnen beteiligten Akteure die im Antrag konzipierten Ideen in die konkrete Praxis umsetzen und weitere Initiativen mit ins Boot holen“, berichtet Universitätspräsident Risch und ergänzt: „Gerade das Thema ‚gesellschaftliches Engagement von Hochschulen‘ hat ein riesiges Potenzial, da stehen die Hochschulen heute noch weitgehend am Anfang. Ich freue mich umso mehr, dass wir in OWL dieses Thema mit dem Bildungscluster engagiert und kompetent in den Vordergrund stellen.“

Unter der Leitung der Stiftung Studienfonds OWL kooperieren im Bildungscluster die fünf staatlichen Hochschulen (Universität Paderborn als Sprecherhochschule, Universität Bielefeld, Fachhochschule Bielefeld, Hochschule Ostwestfalen-Lippe, Hochschule für Musik Detmold) mit der Initiative für Beschäftigung OWL e. V. und weiteren Akteuren wie OWL Maschinenbau e. V., fünfzehn Brancheninitiativen, dem Regionalrat, der Bezirksregierung, den Kommunen der Region, der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, der IHK Lippe zu Detmold, den Arbeitgeberverbänden sowie der OWL GmbH und dem Spitzencluster it’s OWL.

Der Bildungscluster am Standort OWL gliedert sich in drei Teilprojekte: Ein Traineeprogramm für Bachelorabsolventinnen und -absolventen (Teilprojektleitung: IfB OWL e. V.), das studienbegleitende Programm „Mit dem Master in den Mittelstand“ (Teilprojektleitung: Universität Bielefeld, Fachhochschule Bielefeld) sowie ein Programm zur „Regionalentwicklung durch gesellschaftliches Engagement“ (Teilprojektleitung: Universität Paderborn).

In allen drei Teilprojekten kooperieren Unternehmen eng mit Hochschulen. Zunächst werden die Teilprojekte in einzelnen Hochschulen erprobt und dann langfristig an allen beteiligten Universitäten und Fachhochschulen angeboten. „Wir freuen uns schon jetzt über zahlreiche Bewerbungen von Studierenden“, so Projektleiter Stefan Collet, der das Bachelor-Traineeprogramm in Kooperation mit der Hochschule Ostwestfalen-Lippe betreut. Auch seitens Unternehmen gibt es bereits erste Zusagen über die Teilnahme am Programm, wie die von Dipl.-Ing. Ferdinando Piumelli, der mit seinem Unternehmen mindsquare GmbH Traineeplätze zur Verfügung stellt. „Das Bachelor-Traineeprogramm bietet eine ideale Schnittstelle für den Übergang von der Hochschule in die berufliche Praxis“, lobt Piumelli die aktiven Beteiligungsmöglichkeiten. Der Unternehmer schätzt vor allem die regionale Vernetzung von Hochschulen und mittelständischer Wirtschaft  durch den Bildungscluster. Es werden weitere Unternehmen für eine Beteiligung gesucht. „Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen, die KMU der Region, sind unsere Zielgruppe. Interessierten KMU bieten wir gerne eine umfassende Beratung an, wie sie sich beteiligen können und ob das Programm für sie nützlich ist“, ergänzt Collet.

Ein weiteres Teilprojekt bringt Masterstudierenden mit dem Studienschwerpunkt MINT die Vielfalt an mittelständischen Arbeitgebern und Tätigkeitsfeldern in OWL näher. „Die Studierenden gewinnen durch Unternehmensbesichtigungen, Mentoring und Trainings mehr Praxiserfahrung“, erläutert Dörte Husmann, Teilprojektleiterin an der Universität Bielefeld das Programm, „und kleine und mittelständische Unternehmen knüpfen Kontakt zu engagierten und interessierten Studierenden.“

Das dritte Teilprojekt richtet sich an besonders motivierte Studierende, „denen die Universität Paderborn die Möglichkeit gibt, sich vor Ort für gemeinnützige Organisationen zu engagieren und ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln“, so beschreibt es der Paderborner Wirtschaftspädagoge und Juniorprofessor Karl-Heinz Gerholz und betont „dass gemeinnützige Organisationen direkt und ehrenamtlich kompetente Unterstützung von den Studierenden bekommen“. Dies geschieht im Rahmen von Service Learning, einer modernen Lernform, bei der Studierende mit ihrem Fachwissen gemeinnützige Organisationen unterstützen. Das Besondere an dem Paderborner Konzept ist, dass sie dabei von Expertinnen und Experten aus mittelständischen Unternehmen unterstützt werden.

Das Konsortium freut sich über das breite Angebot des gesamten Bildungsclusters und bietet Unternehmen, Studierenden und gemeinnützigen Institutionen in der gesamten Region Ostwestfalen-Lippe die Kooperation im Rahmen des Clusters an. „Die Weichen für innovative Konzepte zur Nachwuchskräftegewinnung und -sicherung sind gestellt, ein Erfolg wird es dann, wenn die einzelnen Zielgruppen an diesen Angeboten partizipieren und sie für sich nutzen“, betont Risch.

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